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Verfasst am: Mo Nov 19, 2007 19:41 Titel: Georgiana Cavendish - Duchess of Devonshire
Da ich gerade mit der Biographie der Dame beschäftigt bin, gebe ich mal ein paar Infos weiter, falls es jemanden interessiert.
Georgiana Cavendish, geborene Spencer, war eine Vorfahrin von Lady Diana Spencer, der ehemaligen Prinzessin von Wales. Sie wurde 1757 geboren und heiratete im Jahr 1774 den Duke of Devonshire.
Die Ehe kann man wohl getrost als unglücklich bezeichnen, denn der Gute kümmerte sich wenig um seine Frau und die lebenslustige junge Duchess wandte sich schnell anderen Annehmlichkeiten zu, vornehmlich dem Glückspiel und der Mode. Eine wichtige Funktion erfüllte sie auch im Rahmen der Politik indem sie als eifrige Wahl-Werberin für die Partei der Whigs unterwegs war, was ihr damals viel Kritik, aber auch Lob eingebracht hat. Daher gilt sie heute auch mancher/m als Vorreiterin für die politischen Rechte der Frauen. (Nunja.)
Ich persönllich finde mal wieder am interessantesten die privaten Belange der Duchess. Sie war nämlich zehn Jahre nicht in der Lage dem Duke ein Kind zu schenken, da sie wegen ihres ausschweifenden Lebenstils eine Fehlgeburt nach der nächsten erlitt. Zu ihrer Mutter hatte sie ein sehr enges Verhältnis, die Mutter war die engste (und teilweise aufdringlichste) Vertraute der Tochter und sie standen in regem Briefkontakt. Sie war ausserdem mit Marie Antoinette und noch mehr mit der Duchesse de Polignac befreundet.
Als Georgiana mal wieder einen Sommer in Bath verbrachte, lernte sie die veramte junge Adelige Elizabeth Foster kennen und es gibt Anzeichen dafür, dass die beiden zumindest am Anfang eine lesbische Beziehung miteinander führten. Es setzten sich dann aber doch die freundschaftlichen Bande durch und die beiden waren von da an unzertrennlich.
Allerdings war Elizabeth "Bess" auch eine Nutzniesserin der Freigiebigkeit ihrer Freundin und machte es sich bei den den Cavendishs gemütlich und fing eine Affäre mit dem Herog an. Bess wurde schwanger und trug das Kind in Italien aus, wo es von einem ital.Adeligen adoptiert wurde. Georgiana wusste davon und schwieg aber. Einige Jahre vorher hatte sie selbst eine Tochter zur Welt gebracht. Sie selbst hatte zu diesem Zeitpunkt schon Spielschulden von umgerechnet 15 Millionen Euro angehäuft, und als sie ungefähr die Hälfte der Summe ihrem Gatten beichtete, verlangte er die Trennung.
Danach hatte der Duke sie in der Hand. Sie traute sich ihm gegenüber nicht mehr den kleinsten Ungehorsam, aus Angst vor der Trennung und umgekehrt musste sie dafür sorgen, den Rest der Schulden vor ihm geheim zu halten, obwohl die Gläubiger immer aufdringlicher wurden. Zu diesem Zeitpunkt bestand ihr Leben nur noch aus einem Strudel und Wirrwarr von Krediten, Bettelbriefen und Lügengebäuden.
Und dass obwohl sie im Londoner ton (der angesagten, kultivierten Gesellschaft) die Modeikone war. sie war die beliebteste Dame der Gesellschaft, konnte bis zur Perfektion Harfe spielen, schrieb Gedichte und Theaterstücke, die sich durchaus kritisch mit ihrer Zeit auseinadersetzten und damals ein großes Publikum hatten.
Hier ein Bild der Menage à trois: Der Duke, die Duchess und unten Bess:
Uuihh *freu*, dieses Thema mochte ich im MA-Forum sehr
Da muss ich doch schnell mal mein dortiges Posting hier hinzufügen... ich finde diese Episode irgendwie so rührend und man sieht, dass Marie Antoinette sehr zu ihren Freunden hielt:
Georgiana, Herzogin von Devonshire, und ihre Mutter, Lady Spencer, waren gute Freundinnen von Königin Marie Antoinette.
Antoinette soll sehr gelitten haben, als man ihr den Umgang mit den beiden untersagte, als Frankreich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen England in den Krieg zog.
Engländer waren zu dieser Zeit am frz. Hofe logischerweise nicht mehr willkommen.
Als der Krieg vorbei war und Frieden zwischen Frankreich und England geschlossen wurde, reisten Georgiana und ihre Mutter sofort wieder nach Frankreich, um Antoinette zu besuchen.
Mei, rührend...
la Reine _________________ "Ich habe Angst, mich zu langweilen." (Marie Antoinette zu Graf de Mercy)
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Verfasst am: Di Nov 20, 2007 11:21 Titel:
Ja, sie mochten sich wirklich! Und lustig ist auch die Geschichte, als Lady Spencer und Georgiana mit MA die Aussprache von Kniehosen (breeches) diskutierten. MA fand das Wort nicht schön und Lady Spencer schlug ihr vor, sie stattdessen inexpressibles zu nennen.
Bei einer Jagd wollte Antointte das neue Wort gleich anbringen und sagte:
I do not like these yellow irresistibles. Worauf die Gräfin Spencer einer Ohnmacht nahe war, aber auch gut lachen konnte über das Missverständnis.
Da musste ich auch schmunzeln, als ich das in der Bio las... und irgendwie ist das wieder ein Punkt, der MA super symphatisch erscheinen lässt... irgendwie süß, finde ich _________________ "Ich habe Angst, mich zu langweilen." (Marie Antoinette zu Graf de Mercy)
Ach herrje, stimmt ja... hab ja dort auch gepostet...
Aber hab völlig überlesen, dass es um einen Film ging... hab nur von Georgiana gelesen und musste gleich meinen Senf zu ihrer Freundschaft mit MA dazugeben _________________ "Ich habe Angst, mich zu langweilen." (Marie Antoinette zu Graf de Mercy)
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Verfasst am: Sa Dez 15, 2007 13:35 Titel:
Nochmal ein kleines update zur Duchess, die kurz nach der Geburt ihres Sohnes ,im Mai 1790 in Passy in Frankreich, mit ihren Kindern und der obligatorischen Bess die Königin in Saint-Cloud besuchte, wo letztere sich eine Erholungspause von den Tuilerien gönnte. Nach Georgianas Beschreibungen war die Königin wegen chronischen Schlafmangels deutlich gealtert und sah insgesamt sehr verbraucht aus. MA weinte, als die beiden von der Duchesse de Polignac sprachen, die sich in der Schweiz aufhielt.
Georgiana hielt sich insgesamt, mit kurzen Unterbrechungen in Belgien, seit dem Frühjahr 1789 bis zum August 1790 in Frankreich auf und erlebte die Revolution zwar nicht direkt vor ihrer Tür, aber sie bekam genug davon mit. Sie traf sich im Frühjahr 1789 in Paris mit der Prinzessin de Lamballe und konnte Anfang Juni endlich nach Versailles fahren.
Dort wurden sie und ihr Mann mit großer Freude von dem Königspaar und den Polignacs begrüßt. Sie kamen am Morgen an und wurden gebeten, bis zum Abendessen zu bleiben. Von da an sah man sich jeden Tag und Georgiana fand, dass der König besser aussah, als erwartet, die Königin jedoch schlechter.
Zitat Georgiana: Sie empfing uns wirklich ganz reizend, allerdings ganz ausser sich über die Zeiten. Sie hat sich bedauerlicherweise sehr verändert, mit ziemlich dickem Bauch und ganz ohne Haare, aber sie hat noch immer sehr viel Glanz.
Die Duchess selbst befand sich in einer ähnlich verzweifelten Lage, da sie so hoch verschuldet war, dass praktisch das ganze Vermögen des Herzogs auf dem Spiel stand (eines der reichsten Männer Englands!). Zudem hatte sie die Schulden ihrem Mann noch immer nicht gebeichtet, weil dann eine Trennung unausweichlich gewesen wäre. Ausserdem war das Gerede in London über die Beziehung des Herzogs zu Bess und deren gemeinsames Kind unüberhörbar geworden. Dies waren die hauptsächlichen Gründe, warum sich die Famillie so lange im Ausland aufhielt. _________________
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